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Wie die Verteidigung, so die Energie

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01.04.2022

Zerknirscht zeigen sich die Grünen derzeit über das moralische Dilemma ihrer erneuerbar-fossilen Energiepolitik. Doch worin besteht es eigentlich? Im Besuch Robert Habecks in Qatar? Wohin Deutschland demnächst die Fußballnationalmannschaft schickt, um Weltmeister zu werden? Da hat es schon schlimmere Zwiespälte gegeben. Oder weil Kohle nun länger verfeuert werden muss, weil die Rechnung mit Erdgas, erneuerbaren Energien und dem Netzausbau nicht aufgeht? Der Ukrainekrieg und der drohende Gasnotstand haben da nur eine Fehlkalkulation offenbart. Die hat es aber schon immer gegeben.

Hinter dem vermeintlichen Dilemma verbirgt sich doch eigentlich eine Bestätigung grüner Perspektiven. End­lich ist der Spritpreis so hoch, wie sich ihn grüne Politiker immer ge­wünscht haben. Er gehorcht jetzt ih­rem Parteitagsbeschluss von 1998 und liegt bei umgerechnet fünf Mark. Obendrein bedarf der schrittweise Aus­stieg aus allen fossilen Energie­trägern, herbeigeführt durch einen immer höheren CO₂-Preis und flankierende Verbote, nun keiner besonderen Begründung mehr.

Kurzfristig mag dieser Ausstieg il­lusorisch sein, das war er allerdings schon immer; mittelfristig aber ist die neu ausgerufene „Unabhängigkeitserklärung“ von Kohle, Gas und Öl fast schon zur Staatsräson geworden. Die........

© Frankfurter Allgemeine


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