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Mut zur Lücke

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19.10.2019

Tagsüber ist es kaum zu hören, wer aber schon mal frühmorgens in der ersten Dämmerung nach Hause kommt, kennt das Geräusch: Wenn fast alle noch schlafen, beginnen sich die Vögel in der Stadt lautstark „Guten Morgen“ zuzuzwitschern. Wow, denkt man, ganz begeistert von dem harmonischen Miteinander von Mensch und Tier zwischen Mietskasernen und Gewerbeflächen. Ganz so idyllisch ist es leider nicht mehr. Zwar haben sich beide in ihrer gemeinsamen Geschichte schon immer Siedlungsräume geteilt, und selbst in Städten gibt es noch eine große Artenvielfalt (die rund 3,6 Millionen Berliner teilen sich die Hauptstadt zum Beispiel mit etwa 20.000 bis 30.000 Tierarten). Und doch verschwinden gleichzeitig immer mehr Rückzugsorte für Tiere, denn durch Nachverdichtung entstehen immer mehr bebaute oder versiegelte Flächen – also Beton, Asphalt oder Pflaster.

Bei Neubauten gibt es nahezu keine Mauervorsprünge mehr, Nischen werden verputzt, Altbauten energetisch saniert. Darum ist auch der Sperlingsbestand in den letzten Jahren so stark zurückgegangen, dass seine Art heute auf der Vorwarnliste der Roten Liste bedrohter Tierarten steht und in Hamburg sogar schon als gefährdet gilt. Und nicht nur dem ehemals allgegenwärtigen Spatz, auch anderen Vögeln wie Spechten und Rotkehlchen – ebenso wie etwa Eidechsen oder Fledermäusen – wird es immer schwerer gemacht,........

© Fluter