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Nur der Hass zählt

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15.10.2019

fluter.de: Trollfabriken – das klingt nach Fantasy-Spiel und „Herr der Ringe“. Was ist ein Troll im Netz überhaupt?

Julia Ebner: Das ist ein Nutzer, der absichtlich versucht, durch seine Kommunikation im Netz Probleme zu machen. Ein Störenfried, oft auf Kosten von anderen. Meistens will er Konflikte schüren und Meinungen beeinflussen.

In den Kampagnen vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 konnte man beobachten, dass Trolle zunehmend politische Ziele verfolgen.

Zuvor haben Trolle tatsächlich oft „nur“ Streiche gespielt. Die Trump-Wahl ist ein Wendepunkt. Seitdem versuchen Trolle verstärkt, das Meinungsklima in den sozialen Netzwerken in eine bestimmte Richtung zu lenken. Reconquista Germanica, also Deutschlands größte Trollfabrik, und auch viele andere, vor allem rechtsextreme Trollcommunitys, die in Europa aktiv sind, haben sich das von den amerikanischen Trollen während der Pro-Trump-Kampagne 2015/2016 abgeschaut. Jetzt wenden sie dieses Know-how in den jeweiligen Ländern an.

Wie arbeitet die Trollfabrik von Reconquista Germanica?

Sie ist eine rechtsextreme Trollarmee, die den politischen Diskurs in Deutschland zu beeinflussen versucht. Dazu startet sie gezielt Kampagnen zur Einschüchterung und Desinformation, um bei Facebook und Twitter einen möglichst großen Effekt zu erzielen. Kurz vor der Bundestagswahl 2017 hatte Reconquista Germanica 7.000 Mitglieder, vor der letzten Serversperrung im Juni 2018 waren es über 10.000 Mitglieder. Die Gruppe ist streng hierarchisch und nach militärischen Rängen gegliedert, die zum Teil Referenzen zum Nationalsozialismus aufweisen. Aber das ist nicht die einzige Gruppe, die es gibt. #Infokrieg ist wesentlich kleiner und........

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