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Adeus, Filmförderung!

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18.10.2019

Gegenwind kennt der brasilianische Filmemacher Kleber Mendonça Filho zur Genüge. Etwa aus der Zeit, als sein Film „Aquarius“ in Cannes Premiere hatte. Der handelte von einer älteren Frau im entschiedenen Kampf gegen den Krebs und einen übermächtigen, korrupten Immobilienkonzern. Er handelte nicht von der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff. Und doch wurde sein Film als Kommentar auf ihre politische Karriere gesehen. Denn mit seinem Team bezog Kleber Mendonça Filho Stellung gegen die Amtsenthebung der Präsidentin, der Korruption vorgeworfen wurde und die das Land politisch polarisierte.

Von da an ging alles schief. Für den Oscar wurde sein Film nicht nominiert, mutmaßlich weil die Jury von politisch andersdenkenden Kräften besetzt wurde. Erschwerend kam hinzu, dass „Aquarius“ beim Kinostart keine Jugendfreigabe erteilt wurde. Kleber Mendonça Filho empfand dies als Zensur. Viele in der Filmbranche sahen das ähnlich.

Das war 2016. Heute hat Kleber Mendonça Filho noch viel größeren Ärger. Im Mai, direkt vor der Premiere seines neuen Films „Bacurau“ in Cannes, wurde er vom neu besetzten brasilianischen Kulturministerium zur Rückzahlung der Fördergelder seines sieben Jahre alten Debütfilms „Neighboring Sounds“ aufgefordert. Innerhalb von 30 Tagen sollte er rund eine halbe Million US-Dollar........

© Fluter