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The Social Mettwork

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22.10.2020

Im Juni wurde der größte deutsche Schlachtbetrieb für Schweine zum wohl größten Superspreader des Landes: In der Tönnies-Fleischfabrik infizierten sich rund 1.500 Arbeiter:innen mit dem Coronavirus, mehr als 6.000 Personen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf mussten daraufhin in Quarantäne. Von da an konnten sich auf dem Dach des Stammwerks in Rheda-Wiedenbrück noch so viele fröhliche Tier-Cartoons tummeln und auf der Tönnies-Website Schlagworte wie „gesund“, „nachhaltig“ und „verantwortungsvoll“ – die öffentliche Debatte drehte sich vor allem darum, wie tier- und menschengerecht Großschlachthöfe in Deutschland sind.

Die Regisseurin Yulia Lokshina hat sich die Lebens- und Arbeitsumstände der zahlreichen osteuropäischen Tönnies-Mitarbeiter:innen angeschaut, schon bevor Covid-19 ausbrach. Aufmerksam auf das Thema wurde sie durch einen Fall, der 2015 Schlagzeilen machte: Die rumänische Gastarbeiterin Michaela C. hatte ihre Schwangerschaft aus Furcht vor einer Kündigung verheimlicht, gebar das Kind in einer Garage und legte es in eine Tüte verpackt auf einem Parkplatz ab. Die Firma Tönnies trifft juristisch keine direkte Schuld daran, doch den Vorgang deuten einige als Hinweis auf die Arbeitsbedingungen der Arbeiter, die der Betrieb zu........

© Fluter


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