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Inflation bekämpfen durch Abbau von Protektionismus

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19.05.2022

Eines der wichtigsten Ziele, die US-Präsident Joe Biden für seine Amtszeit formuliert hat, besteht in der Stärkung der amerikanischen Arbeitnehmer und der Mittelschicht des Landes. Die Ansicht ist weit verbreitet, dass die Globalisierung zu stagnierenden Reallöhnen, steigender Ungleichheit und dem Gefühl beigetragen hat, dass Beschäftigte in Amerika gegenüber Arbeitskräften in Ländern mit niedrigeren Beschäftigungsstandards schlechter wegkommen. Doch in ihrem Versuch, diese Trends umzukehren, hat sich die Biden-Administration auf protektionistische Rhetorik und Strategien verlegt, aufgrund derer die Beschäftigten in Amerika erneut zu Verlierern werden.

Pinelopi Koujianou Goldberg ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Yale.

Obwohl jede Erwähnung des Begriffs Offenheit heutzutage Argwohn hervorruft, hat der drastische Anstieg der Inflation – der US-Verbraucherpreisindex erreichte im April einen Wert von 8,3% – in der Wirtschaftswissenschaft zur Diskussion geführt, ob Handelsliberalisierung zur Eindämmung des Preisanstiegs genutzt werden könne. Da eines der Hauptargumente für den Freihandel darin besteht, dass er die Preise für die Verbraucher senkt, lohnt es sich, über den Zusammenhang zwischen offenen Grenzen und Inflation nachzudenken.

Kein vernünftiger Ökonom würde behaupten, die jüngste Inflation sei die Folge von Handelsbeschränkungen. Inzwischen ist klar, dass ihre Ursachen in einer Kombination aus pandemiebedingten Engpässen auf der Angebotsseite, einer durch die Politik geschürten Nachfrage und weiteren angebotsseitigen Störungen durch Russlands Krieg in der Ukraine bestehen.

Die Politik ringt darum, die........

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