Warken löscht nicht, sie gießt Öl ins Feuer |
Pläne für Pflegereform: Warken löscht nicht, sie gießt Öl ins Feuer
Warken löscht nicht, sie gießt Öl ins Feuer
Explodierende Eigenanteile treiben Pflegeheimbewohner in die Sozialhilfe. Die Pläne von Gesundheitsministerin Warken für eine Pflegereform werden die Lage sogar noch verschlimmern. Das ist nicht zu rechtfertigen.
Eine Versicherung schließt man ab, um einen Schaden, der einen finanziell überfordern könnte, abzudecken. Selbst in der Form einer Teilkasko-Absicherung sollte eine Versicherung sinnvollerweise so viel leisten, dass man durch den Eigenanteil nicht in den Ruin getrieben wird.
Doch genau das passiert bei der Pflegeversicherung. Im Pflegeheim sind die Eigenanteile inzwischen so hoch, dass sie mit einer normalen Rente nicht mehr bezahlt werden können. In diesem Fall springt zwar die Sozialhilfe ein, doch dann bleibt den Betroffenen gerade mal ein monatliches Taschengeld von rund 150 Euro, um sich die Zuzahlungen für Medikamente, einen Friseurbesuch oder mal ein Kaffeekränzchen leisten zu können.
Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung
Eine Lösung für die geradezu explodierenden Eigenanteile steht daher zu Recht ganz oben auf einer Anforderungsliste für eine Pflegereform. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant nun aber genau das Gegenteil dessen, was nötig ist: Die CDU-Politikerin will die Belastungen der Heimbewohner sogar noch erhöhen, indem die Zuschüsse der Pflegeversicherung für die Eigenanteile reduziert werden. Begründet wird das in ihrem Ministerium mit der Notwendigkeit, angesichts der Milliardendefizite Prioritäten zugunsten der ambulanten Pflege zu setzen.
Warken-Plan für Pflegereform: Stärkere Belastung von Heimbewohnern
Kostenpflichtig„Die Pflegebedürftigen und deren Familien werden allein gelassen“
KostenpflichtigDer neue Sozialstaat: Was an Reformen geplant ist und wie lange ein Umbau wirklich dauert
Es stimmt, dass fast neun von zehn Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden. Unstrittig ist auch, dass die pflegenden Angehörigen, die oft an der Belastungsgrenze sind, dringend mehr Unterstützung benötigen. Doch eine Pflegereform, die ihren Namen verdient, muss eine Lösung für beide Gruppen von Betroffenen bieten. Ansonsten landen immer mehr Pflegebedürftige in der Sozialhilfe. Das wäre höchst widersinnig, schließlich war die Pflegeversicherung 1995 mit dem ausdrücklichen Ziel eingeführt worden, Pflegebedürftige aus der Sozialhilfe zu holen.