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Warum unser grüner Lifestyle-Konsum einfach nur einfältig ist

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29.04.2022
Neue Socken aus Hanf, neue Bioschuhe, neues Lastenfahrrad: Der Kauf „grüner“ Produkte ist nicht selten modisch und auch ein bisschen eitel. Unternehmen nutzen das aus. Dabei gäbe es andere Wege, einen ökologischen Beitrag zu leisten.

Wer es ernst meint mit der Nachhaltigkeit, wer ein bisschen Ahnung hat von dem, was die Menschheit in den vergangenen 200 Jahren an Konsumzwängen durch Verzicht erlitten hat, der müsste als allererstes noch einmal die Schulbank drücken. Es gilt, das Stopfei wieder in die Hand zu nehmen, es in die wunde Socke zu versenken, das Garn durch die Nadel zu fädeln und das Loch am großen Zeh zu stopfen.

Denn rund um das Loch ist die Socke immer noch gut. Kann man noch gebrauchen. Zu den Grundrechenarten sollte in jeder Nachhaltigkeits-Schule außerdem ein löchriger Fahrradschlauch kommen und das Wissen, wie man im Wasserbad die undichte Stelle ausfindig macht und welcher Kleber den Flicken hält.

Natürlich ist die ruckzuck fabrizierte neue Socke klimagewissensmäßig so vertretbar wie der neue Fahrradschlauch. Aber viele brauchen kein Loch, um neue Socken zu kaufen. Sie denken eher daran, die Welt mit Socken aus ökologisch-veganer Hanfwolle zu retten als Ersatz für die noch neuen Hightech-Kunststofffaser-Socken aus dem Profisportbereich.

Es kann auch die neue Bambus-Zahnbürste sein im Tausch gegen das Kunststoff-Exemplar, Testsieger bei der Stiftung Warentest. Oder die........

© Die Welt


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