Die Angst hat im Iran die Seite gewechselt |
Das neue Jahr begann für das Regime in Teheran exakt so, wie das alte aufgehört hat: markerschütternd. Was sich bereits seit Monaten angekündigt hatte, eruptierte in der ersten Jännerwoche im Großen Bazar in Teheran. Um den Jahreswechsel registrierten die Händler einen dramatischen Fall des Rial, wobei ein Euro auf dem freien Devisenmarkt auf rund 1,7 Mio. Rial kam. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich der Zorn der Bevölkerung angesichts der langwierigen ökonomischen Krise erneut auf die Straßen verlagert. Die Proteste haben sich rasch auf das ganze Land ausgebreitet und wollen trotz immenser Brutalität der Sicherheitskräfte und einer Internetsperre nicht aufhören. Von mehreren Hundert getöteten Demonstrierenden ist bereits die Rede.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Regime mit einer massiven Protestwelle konfrontiert sieht, doch haben sich diesmal einige Vorzeichen verändert. Teheran bekommt die Wirtschaftskrise nicht in den Griff; die aktuellen Bemühungen hinter den Kulissen, den Fall des Rial aufzuhalten, sind allenfalls kosmetische Behandlungen. Außenpolitisch ist das Land enorm geschwächt, insbesondere seit dem Zwölftagekrieg........