Die Farbe Lila – Eine Kolumne für Prince |
Der Text wurde erstmalig am 25.04.2016 bei Die Kolumnisten veröffentlicht.
I’m not a woman, I’m not a man. I am something that you’ll never understand. (Prince, „Would I Die 4 U“ 1984)
I’m not a woman, I’m not a man. I am something that you’ll never understand. (Prince, „Would I Die 4 U“ 1984)
The Purple One hat das Gebäude allzu früh verlassen. Im ewigen Tower of Song jedoch kann er lässig eine ganze lila Etage beziehen. Allein die knapp 40 Studioalben in ebenso vielen Jahren hinterlassen einen kolossalen Notenberg, der als Vermächtnis lustvolle Ehrfucht gebietet. Musik und Inszenierung des Prince Rogers Nelson sind popkulturell wegweisend, musikhistorisch bedeutend und verdammt unentrinnbar sexy. Gönnen wir uns somit einen kleinen, feinen Streifzug durch die schillernde Ära jenes Prinzen, der in Wahrheit ein König war.
Der junge Thronfolger – Princes Frühphase
Die ersten beiden Alben Ende der 70er waren kein besonders kommerzieller Erfolg. Unterhaltend, ihrer Zeit voraus und unfassbar souverän klangen sie dennoch. R&B, Soul und Funk reichen einander die Hand. Obgleich die Songs mitunter noch mit einem Bein in zeitgenössischem Disco/Funk stehen, zeigt sich der Innovator in Prince bereits. Statt typischer Bläser nutzt er die damals revolutionär neuen Synthies und schiebt die Tür zu den 80ern bereits einen Spalt auf. Hier mit “We’re Dancing Close And Slow” ein wunderschöner, lasziver Höhepunkt dieser Periode. Ein “Perfect Nightsong”, der zu seinen atmosphärisch stärksten Tracks überhaupt gehört.
Die Prinzenrolle – Drei Meilensteine für die Ewigkeit
Die Liste meisterlicher Alben ist alles andere als kurz. Doch unter den vielen Bringern gibt es essentielle Glanzpunkte, auf denen Genie und Erfolg einander umarmen. Folgende drei Scheiben kann ich nur wärmstens empfehlen.
Schon das vorherige “1999” war ein Trendsetter. Hier wird alles zu Perfektion gebracht. Sein gelegentlich fast nach New Wave duftender Synthie-Funk trifft auf........