Der zärtliche Zerberster
Man mag sich in Dunkelheit und Verunsicherung befinden. Aber dahinter ist noch etwas anderes. Man sieht es erst, wenn man beides überwindet und dahinter ausbricht. David Lynch
Man mag sich in Dunkelheit und Verunsicherung befinden. Aber dahinter ist noch etwas anderes. Man sieht es erst, wenn man beides überwindet und dahinter ausbricht.
Ein Jahr ohne David Lynch. Er war nie nur Regisseur. Nie nur Musiker. Geboren in Missoula, aufgewachsen zwischen amerikanischer Provinzidylle und unterschwelliger Paranoia, trug David Lynch diese seltsame Spannung sein Leben lang mit sich herum: weiße Zäune, darunter Ameisen. Amerika als Versprechen. Amerika als Drohung. Identität? Bei ihm nie Figur – sondern Fragestellung.
Das Kino machte ihn berühmt. „Eraserhead“ war der erste Albtraum. „Blue Velvet“ die perfekte Demontage der Vorstadt. „Twin Peaks“ schließlich ein Riss im Fernsehgerät selbst – plötzlich durfte Mystery langsam sein, absurd, gedehnt poetisch. Und niemand vergaß mehr diesen roten Vorhang.
Später kamen „Wild at Heart“, „Lost Highway“, „Mulholland Drive“, „Inland Empire“. Filme wie Traumprotokolle, in denen Logik nur Gast war.
Oft........
