Chris Rea: Zwischen Mordor und Montreux
England kurz nach dem Millenium: Chris Rea ist mit einiger Berechtigung total bedient. Seine Karriere? Tja, nett. Und kommerziell durchaus beeindruckend. Der Preis des Erfolges? Mangelnde künstlerische Anerkennung durch Charisma hindernde Schlagerrock- und Schmalz- Produktionen vonseiten des knebelnden Labels. Auf der marginalisierten Strecke blieb dabei der Blues, seine musikalische Urantriebsfeder.
Der Blues?
Davon kann er wahrlich (s)ein Lied singen.
Mehr als ein halbes Jahr im Hospital verbracht, bis es sich als Hospiz anfühlt. Vor der ersten Krebsoperation gab man ihm knapp 30% Überlebenschance. Vier auszehrende weitere sollten folgen.
Tja, das kann einem als Ausgangslage schon mal den Tag eintrüben. „Looking for the Summer“ fällt da nicht durchgängig leicht.
Weil …
Sensenmann auf der Schulter.
steiniger Weg zur Hölle.
Ach klar, doch wie sagte bereits der große Philosoph Judd Crandall in Stephen Kings „Pet Semetary“?
„Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger.“,
zumindest dieses Mannes.
Rea überlebt.
Erfindet sich neu.
Oder präziser: Er ist höchstselbst samt seiner Musik erstmalig präsent und letztere das einzige Maß aller Dinge.
In Ausdruck, Arrangement & Sound.
Das Ergebnis heißt – wie soll es anders sein – „Stoney Road“ (2002)
Ein Album getragen von sarkastisch galletropfender Bitternis wie simultan selbstironisch milder Lebensweisheit. Alles gekleidet in einem prachtvollen Klangmantel aus erdig abbluesendem Stoff in rauchigem Timbre.
So ganz bei sich definiert er mithin seine eigene Nische als höchst archetypische Kreatur zwischen Blues-Teufeln wie Tom Waits oder Dr. John hie & Ry gecooderten Steely Dan/Dire Straits dort.
Künstlerisch sicher ein super Comeback. Doch in finanzieller Hinsicht muss er nunmehr deutliche Abstriche machen. Natürlich ist sein Major Label nicht bereit, diesen Weg mitzubeschreiten. Selbstverständlich kommt es zum unschönen Bruch.
Das schöne: Rea ist dieser Umstand bereits komplett egal. Längst geht es ihm darum, künstlerisch einfach genau dorthin zu gelangen, wo sein Talent liegt und zwar bevor es dort begraben........





















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