Bitches Brew: Kokain trifft Kernfusion |
Als Fusion bezeichnet man eine Reaktion, bei der zwei Atomkerne zu einem neuen Kern verschmelzen.
Ist „Bitches Brew“ – geboren 1970 – tatsächlich
diese Geburtsstunde des Fusion, des Jazzrock? Die Frage ist so alt und umstritten wie das Album selbst. Ihr Ergebnis kann nur folgendermaßen lauten: „Bitches Brew“ ist vor allem die Verschmelzung vom Kern des Rock mit dem Jazz zu ihrer Majestät The Prince of Darkness Miles Davis höchstpersönlich.
Keine Übertreibung, wenn man diese legendäre Doppel-LP als eine der wichtigsten Schallplatten des 20. Jahrhunderts bezeichnet, auf einer Stufe mit Miles‘ Überalbum „Kind Of Blue“ von 1958. Ebenso besessen von harten Drogen, Alkohol und Strawinskys „Frühlingsopfer“ wie beseelt von Jimi Hendrix, James Brown und Sly Stone fördert das Genie aus den morastigen Sümpfen seiner damals vergifteten Psyche einen bedrohlichen Monolithen zu Tage, der die Grenzen zwischen Jazz, Funk und Rock für immer beseitigte. Psychedelic Electric Jazz!
Es gibt mittlerweile etliche Ausgaben des Luder-Gebräus, von der schlanken CD/DVD-Kombination bis hin zum luxuriösen Sixpack für den Hardcore-Fan. Ganz egal, welche Variante man für sich erwählen mag. Allen ist eines gemein: Sie enthalten mit der Kern-LP jenes Quäntchen Schlampen-Sud,........