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Auf die Haut, unter die Haut

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Ich werde immer dünnhäutiger. Mich lähmt die gegenwärtige Apokalypse in vieler Herren Länder. Wenn ich nur ein Erzengel wäre und die Drachen besiegen könnte. Machbar sind allerdings für mich nur kleinste Schritte, ich leiste Hilfe im Rahmen meiner Möglichkeiten, ich erhalte den Alltag aufrecht. Ich versuche die Realität, die immer mehr bröckelt, zusammen zu halten, indem ich sie registriere, bewundere und beschreibe. Ist die Beschreibung nicht ein guter Klebstoff?

Ziemlich dünnhäutig bin ich, und das in jeder Hinsicht. Aus diesem Grund habe ich tätowierte Menschen immer mit einer Mischung aus Neugierde und Pietät angeschaut. Sie haben sich schließlich einer Tortur unterzogen, die ich nie hätte bestehen können. Außerdem scheren sie sich nicht darum, was andere dazu sagen, oder stellen sogar ihre Hautkunst aus.

Aus der Tätowierungskultur ist regelrecht eine Weltanschauung entstanden. Da, wo ich groß geworden bin, waren Tätowierungen etwas Verruchtes, oder auch Verbotenes – etwas für Häftlinge und teilweise Militärs. In dem Rest der Welt sah es anders aus.  So wurde ich auch irgendwann neugierig.

Thilo lässt sich........

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