Macht Feuerwerk!
Alle Jahre wieder, dieses Wortspiel muss erlaubt sein, kehrt pünktlich nach Weihnachten die Diskussion um das Böllerverbot in die deutschen Medien zurück. Kurz nach Neujahr hat sie nun auch die Kolumnisten erreicht, die Kollegin Cythia Tschoëk findet, die Tradition brauche ein Update und das Böllern gehöre endlich verboten, weil wir ja schließlich auch andere Dummheiten schon lange nicht mehr machen würden, etwa genüsslich bei der Vollstreckung von Todesurteilen zuschauen.
Es sind immer die gleichen drei Argumente, die vorgetragen werden, in den letzten Jahren sind alledings die armen Haustiere, die so sehr unter der Silvester-Feuerwerkerei leiden würden, in den Mittelpunkt gerückt. Tierleid zieht schon lange am besten gegen jeden Spaß, den sich Menschen gern erlauben würden. Im Falle des Böllerns zu Silvester ist das allerdings besonders makaber: Diejenigen, die das ganze Jahr über Hunde und Katzen in engen Wohnungen und in Städten, die für Tiere nun wirklich nicht gemacht sind, halten, die, die ihre Tiere 365 Tage im Jahr wegsperren oder an einer Leine durch den Straßenverkehr führen, die, die sich für Exemplare von Tierrassen entscheiden, die künstlich gezüchtet sind und nur unter extrem künstlichen Bedingungen halbwegs überleben können, die ihre Tiere mit hochgradig denaturiertem Futter ernähren, das als Menschennahrung mit Sicherheit verboten wäre, die erregen sich darüber, dass andere an einem Tag im Jahr, konzentriert auf wenige Stunden, etwas tun, was diesen Tieren Angst macht und was sie dazu bringt, dass sie sich notdürftig unter einem Tisch oder einem Sofa verstecken, die mit ihren natürlichen Verstecken nichts gemein haben.
Dass Tiere sich erschrecken, wenn was knallt und blitzt, ist übrigens nicht so unnatürlich, bei weitem nicht so unnatürlich wie ein beliebiges „Gespräch“, das Katzen- und Tierhalter mit ihren „Schützlingen“........
