Finnland, Russland und die NATO

Wenn man Anfang Januar in Nordfinnland eine Backcountry-Ski-Tour von einer Wildnishütte zur anderen macht, dann hat man viel Zeit. Auch wenn die Sonne nicht aufgeht, bewegt man sich etwa 5 Stunden im Licht der Bürgerlichen Dämmerung, in der man keine Stirnlampen braucht, dazu kommt, in den klaren, kalten Tagen der letzten Woche, das Licht des allmählich abnehmenden Mondes. Die helle Zeit reicht, wenn man kurz vor der Dämmerung startet, um die nächste Hütte nach ca. 20 km zu erreichen, dort die Ausrüstung von der Pulka ins Haus zu tragen, Schnee für das benötigte Wasser zu sammeln, Holz zum Heizen aus dem nahen Schuppen zu holen. Und wenn die Hütte dann warm ist, dann hat man vor allem viel Zeit zum Reden. Über das, was man redet, kann man dann am nächsten Tag auf der Tour nachdenken, um abends weiterzureden.

Man trifft natürlich nicht viele Menschen, abgesehen von den wenigen, mit denen man gemeinsam unterwegs ist. Mit ein paar Leuten aus Norwegen oder Finnland, die gerade ähnliches tun, sitzt man abends auf Bänken zusammen und isst die schlichten, aber energiereichen Malzeiten, deren Zutaten man auf der Pulka hierhergebracht hat.

Dann fängt man an zu reden, und irgendwann, meist dauert es nicht lange, kommt man auf politische Dinge zu sprechen. Oft geht es zuerst um Geschichte, denn wenn man als Deutscher in Finnland unterwegs ist – ich war es nun zum dritten Mal – merkt man schnell, dass Finnen und Deutsche eine Menge Geschichte verbindet, vor allem eine Menge Kriegsgeschichte. Und das wiederum vor allem mit Bezug auf den Nachbarn im Osten. Schon im Dreißigjährigen Krieg waren es vor allem finnische Kavalleristen, die für Schweden in Europa kämpften. Im Zusammenhang mit........

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