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Das Ende ist nahles

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03.06.2019

Größe zeigt der, der in der Lage ist, die Größe eines ungeliebten Politikers anzuerkennen, sagt Kolumnist Henning Hirsch

Wenn in diesen ungewissen Zeiten aufs eins hundert Prozent Verlass ist, dann sind das die täglich vieltausendfach geposteten Boshaftigkeiten in Facebook. Jüngstes Beispiel: Andrea Nahles abrupter Rückzug von allen Ämtern. Vordergründig ausgelöst durch die zwei SPD-Wahlschlappen in Bremen und Europa Ende Mai; im Hintergrund tobten jedoch seit Monaten erbitterte Grabenkämpfe um die zukünftige Ausrichtung der SPD. Wer es hierbei schafft, seine Agenda durchzusetzen, dem winken innerparteiliche Macht und in der Konsequenz interessante Regierungsjobs. Richtungsfragen sind immer gleichzeitig auch Machtfragen. Man muss kein Sozialdemokrat sein, um zu erkennen: Das Am-Stuhl-sägen muss heftig gewesen sein. Andernfalls würde die Vulkaneifelerin nicht zusätzlich auf ihr Abgeordnetenmandat verzichten.

Als ich gestern Nachmittag spontan schrieb:

Respekt für den schnellen u konsequenten Cut, den Frau Nahles heute vollzogen hat. Sich mit 48 von allem, was einem bis gestern die Welt bedeutet hat, zu verabschieden – dazu gehört Größe. Evtl gemixt mit einem Schuss Verzweiflung über die Zukunft der SPD … aber unterm Strich überwiegt die Größe.

erntete ich als Reaktion Kommentare dieser Art:

Nahles war das Schlimmste, was der SPD je wiederfahren ist. Bevor diese „Tran-Tussi“ dort am Ruder war, hatte die Partei immerhin noch meinen Respekt, auch wenn ich kein Sozi bin.

„Größe“ wäre gewesen, wenn sie nach dem Wahl-Debakel (Europa und Bremen) sofort die Konsequenzen gezogen hätte anstelle zu versuchen, persönlichen Machterhalt durch........

© Die Kolumnisten