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Leberwurstdiplomatie

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07.05.2022

Der ukrainische Botschafter nennt den Bundeskanzler ganz undiplomatisch eine beleidigte Leberwurst. Eine seltsame Form der Diplomatie. Eine Kolumne von Heinrich Schmitz

Foto:pixabay

Aufgabe des Botschafters ist es, seinen Staat dem Gastland gegenüber zu vertreten, über die Verhältnisse des Gastlandes seiner Regierung zu berichten, sowie die zwischenstaatlichen Beziehungen mit der Einrichtungen des Gastlandes nach Möglichkeit zu pflegen und zu entwickeln

so steht es jedenfalls bei Wikipedia und so habe ich das auch immer verstanden. Der Botschafter ist ein sogenannter Diplomat. Und in aller Regel sind Diplomaten eher zurückhaltend redende Verhandler. Der Begriff diplomatisch hat ja auch im allgemeinen Sprachgebrauch eine Bedeutung. Da geht es darum, möglichst zu vermeiden, andere Verhandelnde bloßzustellen oder in die Enge zu treibe, um im Ergebnis einen möglichst langfristigen Verhandlungserfolg zu erzielen. Lustig, meine Rechtschreibkorrektur schlug im letzten Satz lang-frostig vor. Und möglicherweise hat der ukrainische Botschafter das auch so gelernt.

Kann man natürlich machen.

Ja, die Ukraine befindet sich im Krieg. Sie kämpft um ihre Existenz. Und ich finde es legitim, wenn der Botschafter für sein Land alle Hilfen fordert, die er fordert. Ob es allerdings wirklich clever und diplomatisch ist, denjenigen, der ja zur Hilfe bereit ist, zu beschimpfen, wenn........

© Die Kolumnisten


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