We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Kulturelle Aneignung und Unwohlsein

5 20 188
30.07.2022

Eine Schweizer Reggae-Band musste ihr Konzert abbrechen, weil jemand im Publikum sich wegen kultureller Aneignung unwohl fühlte. Eine Kolumne von Heinrich Schmitz

Bild: pixabay

Hinweis: Diese Kolumne enthält musikalische Darbietungen, die bei eimpfindlichen Personen zu akutem Unwohlsein führen könnten.

Es gab schon mehrere Konzerte, in denen ich mich unwohl fühlte. Bei der Red Piano Show von Elton John in der Kölnarena taten mir die Ohren weh, weil es viel zu laut war. Ich bat allerdings nicht darum, das Konzert abzubrechen, weil mir unwohl war, sondern blieb und hatte zwei Tage einen unangenehmen Pfeifton im Ohr. Bei einem Konzert in der alten Radrennbahn wurde um mich herum dermaßen viel gekifft, dass ich selbst high war, ohne auch nur einen Zug aktiv zu nehmen. Da blieb ich auch. Und bei manchem Konzert von Amateurbands waren die Töne dermaßen daneben, dass mir auch davon unwohl wurde.

Nun gibt es also einen neuen Grund, sich unwohl zu fühlen. Kulturelle Aneignung heißt das Zauberwort einer gefährlichen politischen Korrektheit, die jeden weißen Träger z.B. einer Rastafrisur verdächtig und zum Anlass von Unwohlsein werden lässt.

Das Konzept der kulturellen Aneignung ist in aller Munde. Laut der US-Juraprofessorin Susan Scafidi ist kulturelle Aneignung demnach eine

unerlaubte Wegnahme geistigen Eigentums, traditionellen Wissens oder kultureller Artefakte.

Nun habe ich nichts gegen den Schutz von........

© Die Kolumnisten


Get it on Google Play