We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Der tote Prinz und die Menschenwürde

3 0 94
10.04.2021

Prinz Philip war noch nicht kalt, da gab es schon Reaktionen im Internet, die unseren Kolumnisten veranlassen, auf die Bedeutung der Menschenwürde hinzuweisen. Eine Kolumne von Heinrich Schmitz

Bild von Ichigo121212 auf Pixabay

Im Radio, bei meinem Lieblingssender WDR5, hörte ich die Nachricht vom Tode Prinz Philips. Ich mochte den Mann, nicht nur wegen seiner mitunter tiefschwarzen, schrägen Humors, sondern auch wegen seiner Disziplin, sein Leben lang in der Öffentlichkeit ein paar Schritte hinter seiner Frau herzugehen, ohne sich öffentlich darüber zu mokieren. Was die Royals so zuhause gemacht haben, weiß ich nicht, aber ich glaube, dass die viel mehr Spaß hatten, als man so von Außen vermutet. Egal, darum geht es hier nicht.

Kurz nach der Nachricht schaute ich mal bei Facebook rein und stieß auf folgenden Kommentar:

Arkadius Stosur

Ich möchte keineswegs pietätlos erscheinen, jeder Mensch verdient einen gewissen Grundrespekt. Aber was hat dieser Mann der Welt für einen Mehrwert gebracht? Paar billige TV-Aufritte und ein, zwei Wohltätiskeitsveranstaltungen? Ich bin der Meinung er und seinesgleichen haben der Welt mehr genommen, als sie ihr je hätten bieten können.

Nun kenne ich weder Arkadius Stosur noch interessiert mich, was dieser Mensch so meint, aber die Frage nach dem Mehrwert eines Menschen darf einfach nicht unbeantwortet bleiben.

Unsere Verfassung hat gleich vorweg einmal klargestellt, dass Menschen eben nicht nach irgendeinem Nutzwert beurteilt werden dürfen.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Art 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Wer Menschen nach ihrem „Mehrwert“ für die Welt beurteilt – für wen oder was eigentlich und nach welchen Kriterien – hat dieses grundlegende Prinzip offenbar nicht verstanden.

Der Mensch ist eben nicht auf einen Zweck........

© Die Kolumnisten


Get it on Google Play