Die Erinnerung muss mit
Es gab diese eine Tasse in meiner Kindheit. Die hatte meine Tante aus Deutschland mitgebracht, aus weißem Steingut und mit Röslein auf der Seite und in geschwungener Schrift stand da: Christl. Nicht ganz getroffen, aber gut genug. Und so etwas hatte in Rumänien niemand sonst. Und dann bekam sie irgendwann einmal einen langen Sprung, der an der äußeren Seite war und sich nicht bis in die Innenseite zog. Ich war so traurig, aber dann – dann hielt sie. Sie hielt Jahre. Sie erfüllte das Klischee, von dem ich irgendwann einmal auch las, das sprichwörtlich war: Ein gebrochener Topf hält oft am längsten. Für mich war es diese Tasse.
Die Tasse blieb zurück
Allerdings hat wahrscheinlich genau dieser Sprung dazu geführt, dass wir bei unserer Ausreise nach Deutschland entschieden – sie kommt nicht mit. Mit kamen nur neue Dinge: Geschirr, Teppich, Handtücher …. und ein paar Bücher. Und ausgerechnet diese Bücher – die sind mir inzwischen auch abhandengekommen. Denn diese Bücher haben einem Selektionsmechanismus unterlegen, der mir damals richtig vorkam, aber später eher für Trivialität stand. Dafür trauerte ich meinen alten Kinderbüchern nach, die ich mit der Kindheit in Rumänien gelassen hatte.
Ein Traum von Büchern
Ich träumte von ihnen. Was kein Wunder war – denn ich liebte Bücher. Und meine Bücher waren in Rumänien alle in einem Bücherschrank auf offenen Regalen, so dass ich bequem vom Bett aus die Reihen ansehen konnte und dann mein Blick an einem Buch hängenblieb und ich merkte – das da. Da war eine........
