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Ich werde immer ein wenig Tschusch sein

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19.02.2019

Am Donnerstag ist Internationaler Tag der Muttersprache. Zeigen wir doch ein wenig Empathie und Respekt gegenüber Arabisch, Türkisch, Bosnisch oder Serbisch

Als ich nach Österreich kam, verstand ich nicht mehr als zehn Worte auf Deutsch. Wenn ich jetzt, ein Vierteljahrhundert später, auf diese Zeit zurückschaue, war das Erlernen der neuen Sprache eine große Herausforderung, aber auch ein großes Vergnügen. Okay, zugegeben, ich war eine Streberin, und Sprache war und ist meine große Liebe.

Deswegen ist auch der Verlust der Sprache, meiner ersten Sprache, meine große Angst. Die Angst ist real. In meiner ersten Sprache würde es mich sehr viel Mühe kosten, diesen Text fehlerlos zu verfassen. Ich verstehe die Sprache natürlich, ich lese Literatur, Nachrichten und führe Gespräche darin, aber der Wortschatz schrumpft zusehends. Es schmerzt, wenn man merkt, dass die Satzstellung nicht hinhaut oder das gesuchte Wort nicht und nicht über die Lippen kommen will.

Noch mehr schmerzt es, wie in Österreich mit der Muttersprache vieler Kinder umgegangen wird, die dort stehen, wo ich vor 25 Jahren gestanden bin.

Sprachlose Kinder?

"Die........

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