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Wer ein Kind totfährt, verdient eine Gefängnisstrafe

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14.06.2019

Als bekennender Nicht-Jurist sollte man vorsichtig sein mit jeder Richterschelte. In einem nicht mehr ganz jungen, institutionell robusten Staat wie der Bundesrepublik ist so ziemlich jeder Straftatbestand vom Nachbarschaftsstreit bis zum Sexmord im Kokainrausch schon einmal durch alle Instanzen beurteilt worden – einschließlich des EU-Menschenrechtsgerichtshofs. Das ist im Grunde gut so, es schafft Vertrauen in den Staat, auch wenn man manchmal staunt, dass es für einen Totschlag bloß ein paar Jahre Gefängnis geben kann.

Sühne muss sein

Aber immerhin: Freiheitsentzug. Fremdbestimmung. Dauernde Verhaltenskontrolle. Und womöglich nicht bloß nette Leute als Nachbarn im Gang. Gefängnis eben. Strafe, Sühne muss sein, jedes Kind versteht das.

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Das Gerechtigkeitsempfinden mag dehnbar sein, aber es hat Grenzen. Die liegen da, wo der Tod eines Kindes dem, der ihn verursacht hat, bloß eine Geldstrafe einbringt. Das versteht niemand. Es ist moralisch nicht akzeptabel.

Ein junger Mann fährt mit Tempo 70 über die Busspur – der Außenspiegel seines Autos trifft einen kleinen Jungen, der unbedacht auf die Straße läuft. Der Junge ist tot. Der junge Mann bekommt eine Geldstrafe, wie üblich auf der Grundlage von Tagessätzen, in seinem Fall: fünf Euro. Billiger kann man kaum davonkommen.

Von einer Sekunde auf die andere ein Leben zerstört, womöglich zwei: Ob die Mutter des Jungen über dessen Tod je hinwegkommen wird? Womöglich drei Leben: Vielleicht wird sich der Todesfahrer für den Rest seines Lebens immer wieder mit der Frage befassen, was ihn bloß angetrieben,........

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