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Warum die Globalisierungskritiker irrten

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19.07.2019

Jahrzehntelang haben Freihandelskritiker argumentiert, die Globalisierung nutze den Reichen der Welt, während die Armen im Elend umkämen. Nun endlich werden die Gebete der Kritiker erhört. Die Globalisierung ist ins Stocken geraten. Das weltweite Wachstum lässt nach, die Weltwirtschaft dividiert sich auseinander, Lieferketten zerbrechen oder werden verlagert. Doch die Welt wird dadurch nicht gerechter. Im Gegenteil: Abgesehen von China fallen die Schwellenländer beim Wachstum zurück, die armen und ärmsten Länder leiden schwer. Spätestens jetzt müssen auch die wütendsten Skeptiker erkennen: Deglobalisierung ist auch keine Lösung.

Vor wenigen Tagen warnten die Vereinten Nationen eindringlich, dass der Kampf gegen die Armut verloren gehen könnte. Das Ziel, die Welt im Jahr 2030 von extremer Armut zu befreien, sei gefährdet. Neben dem Klimawandel ist dafür auch die Verlangsamung des Welthandels verantwortlich. Seit zehn Jahren bereits lahmt der Warenaustausch, nun stagniert er nahezu. Länder wie China produzieren immer stärker für........

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