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Kaum Reserven, schlecht versichert, jetzt hilfsbedürftig

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20.06.2020

Sie sind die großen Verlierer. Fast drei Millionen Menschen in Deutschland arbeiten als Solo-Selbstständige. Viele von ihnen haben seit März nichts zu tun. Sie haben kein Einkommen mehr. Die meisten von ihnen haben sich nicht gegen Einkommensausfälle abgesichert.

Für sie rächt sich jetzt, dass es bis heute keine Regelung gibt, wie Selbstständige vorsorgen sollen. Nun müssen viele mit Hartz IV, Betriebs- und Mietkostenzuschüssen auskommen. Von der Stärke des Sozialstaats in der Krise profitieren sie kaum. Kein Wunder, dass sie das entwürdigend finden.

Für Corona können sie nichts. Die Pandemie ist ein Risiko, das alle Bürger trifft. Dagegen gibt es nur eine Versicherung: Das ist die Allgemeinheit, es ist der Staat.

Es ist deshalb richtig, wenn nun auch diejenigen Hilfe bekommen, die sich an der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme bisher kaum beteiligen. Richtig ist auch, dass Kreditmilliarden zur Krisenbekämpfung allen zugute kommen sollen.

Doch die Pandemie wirft ein Schlaglicht auf die soziale Lage der selbstständigen Erwerbstätigen, die keine Angestellten haben. Rund ein Drittel von ihnen verdient sehr schlecht – Friseure wie Akademiker, Handelsvertreter wie Journalisten. Rund die Hälfte zahlt nicht in die Rentenversicherung ein, die überwiegende Mehrheit hat sich nicht gegen Arbeitslosigkeit abgesichert.

[Die Coronavirus-Krise ist auch für die Politik eine historische Herausforderung.........

© Der Tagesspiegel


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