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Erst in einer richtig schweren Rezession ist das Sparen passé

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16.08.2019

So schnell hat sich der Mainstream selten gedreht: Vor wenigen Monaten noch durfte man alles an dieser Bundesregierung kritisieren, nur ihre Haushaltspolitik nicht. Die Schwarze Null, ein ausgeglichener Haushalt, sei die historische Leistung der vergangenen zehn Jahre, hieß es. Die neue Melodie, die seit ein paar Wochen immer lauter angestimmt wird, klingt noch einfacher: Die schwarze Null, dieser fatale Spleen der Bundesregierung, werde das Land in den Abgrund stürzen. Und zwar schon bald.

Das ist – bis auf Weiteres – falsch. Deutschland befindet sich im Augenblick in einem ganz normalen Abschwung. Noch ist der Arbeitsmarkt in Ordnung, die Sozialkassen haben Milliardenüberschüsse. Über 23 Milliarden Euro liegen allein in der Arbeitslosenversicherung auf Halde, mehr, als man zur Finanzierung einer normalen Rezession benötigt. Die Rentenversicherung bunkert fast 40 Milliarden Euro – das sollte ebenfalls reichen, um die Beitragsausfälle eines Wirtschaftsabschwungs zu kompensieren.

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