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Nach der Coronakrise ist vor der Wirtschaftskrise

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11.10.2021

Eigentlich hatten alle auf einen Sektkorkeneffekt gehofft. Irgendwann, so die Annahme, würden alle Corona-Maßnahmen zurückgenommen werden, würde die Normalität zurückkehren und die Wirtschaft auf einen Schlag wieder laufen wie geschmiert.

„Der Aufschwung kommt stärker und schneller und zügiger als erhofft“, hatte der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) im September 2020 jubiliert. Doch das Gegenteil ist der Fall. Seit Wochen wird deutlich: Die echte Krise kommt erst nach der Krise.

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Allein die Meldungen der vergangenen Woche zeichnen ein düsteres Bild: Die Inflationsrate, die erstmals seit fast 30 Jahren wieder auf über vier Prozent stieg. Ein Auftragsminus von 7,7 Prozent in der Industrie. Vier Prozent Produktionsminus der deutschen Wirtschaft im August. Und auch der Export geht zurück. Der optimistische Altmaier musste seine Konjunkturprognose immer wieder nach unten korrigieren. Zwar liegt sie noch im positiven Bereich, doch das Wachstum ist langsamer und brüchiger als gedacht.

Autobauer gehen wieder in Kurzarbeit

Zu viele Probleme stauen sich gerade auf. Da sind ungeklärte Handelsbeziehungen, die unter Trumps Politik der Axt im Walde empfindlich gelitten haben. Da ist die steigende Preisspirale, die – angetrieben von den hohen Energiekosten – jedes Produkt für die Weiterverarbeitung und später jedes Endprodukt zu verteuern droht.

[Lesen Sie auch: Heizen, Tanken, Lebensmittel werden teurer: So wehren Sie sich gegen die Inflation (T )]

Da ist die Angst, dass die Notenbanken der Welt bald von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken, um die Inflation nicht weiter anzuheizen. Hinzu kommen in vielen Bereichen Rohstoffknappheit, Engpässe bei Vorprodukten und allen voran der Mangel bei Halbleitern, der gerade die Autoindustrie hart trifft. Nicht ohne Grund mussten viele Autobauer zuletzt wieder Kurzarbeit beantragen – diesmal nicht wegen Corona, sondern weil sie wegen des Chipmangels schlicht........

© Der Tagesspiegel


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