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Scholz muss viel besser kommunizieren und integrieren

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14.05.2022

Das ist mal eine Wahl, mindestens eine kleine Bundestagswahl. Wer in Nordrhein-Westfalen gewinnt, wer danach das bevölkerungsreichste und industriestärkste Bundesland regiert, der steigert seine Chancen auch im Bund. Das ist so, das war so. Bei manchem Kanzler wurde die Macht vom Ergebnis dort abhängig. Und das wird vielleicht auch Olaf Scholz bald erfahren.

Die Vorzeichen für diese Erfahrung stehen entsprechend. Nicht dass die Spitzenkandidaten der größeren Parteien überregionale Strahlkraft hätten, also Hendrik Wüst für die CDU, Thomas Kutschaty für die SPD. Oder Mona Neubaur für die Grünen. Einerlei, ihre Namen stehen am Ende, wenn gewählt worden ist, für etwas. Als Erstes für Sieg oder Niederlage, ganz einfach, aber dazu können sie Synonyme für Aufstieg oder, wenn nicht Fall, dann doch Verfall werden.

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Große Namen, große Ergebnisse, Beginn von ganz neuen Konstellationen, inhaltlichen und personellen – dafür steht NRW. Und heute? Wenn die Sozialdemokraten bei dieser Landtagswahl wieder so abschneiden, dass man sagen muss, der Sieg im Bund war ein Ausreißer; wenn ausgerechnet in ihrem einstmals starken Bundesland wieder kein Sieg und womöglich keine Koalition unter ihrer Führung herauskommt – dann kann das wie ein Menetekel wirken.

Noch erscheinen die enormen Fliehkräfte in der Ampel, die zwischen Rot, Gelb und Grün, immerhin gebändigt, unterdrückt von den Spitzenkräften. Wie die Lage im Hintergrund ist, wie volatil sie von einem auf den anderen Augenblick werden kann, davon zeugt der Auszug der FDP-Abgeordneten aus dem Verteidigungsausschuss.

Das hat man lange nicht gesehen, wirklich, und dann sind es auch noch Koalitionäre, die sich über ihren eigenen Kanzler aufregen, weil der nichts Genaueres zur Ukraine sagen will.

Kutschaty kann Scholz eine Frist verschaffen

Hier braut sich etwas........

© Der Tagesspiegel


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