Deutschlands Wirtschaft wankt: Fünf Ideen für einen Aufschwung |
Deutschland ist ein Land der späten Einsichten. Es wartet gern, bis aus Warnungen Gewissheiten geworden sind. Erst wenn die Brücke gesperrt, die Bahn verspätet, die Fabrik verlagert und die Rechnung unbezahlbar wird, beginnt hierzulande die Debatte darüber, ob man vielleicht früher hätte handeln sollen.
Stephan-Andreas Casdorff ist Editor-at-Large des Tagesspiegels. Er findet: Die Wirtschaft braucht die Regierung – und die braucht einen Plan. Aber schnell. Sie will doch keine Resignation riskieren.
Nun also schlagen Unternehmer Alarm. Reinhold Würth, Gründer des Würth-Konzerns, sieht das Land „auf das Ende des Seins“ zusteuern, Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin des Maschinenbauers Trumpf, spricht von der dramatischsten Wirtschaftslage seit Kriegsende, Verbände warnen vor schleichender Deindustrialisierung. Den Ton mag man überzogen finden. Aber nicht die Richtung.
Denn die Krise Deutschlands ist nicht allein wirtschaftlicher Natur. Sie ist auch mental. Ein Land, das Jahrzehnte von seiner industriellen Kraft, seiner Ingenieurskunst und seiner politischen Verlässlichkeit lebte, hat sich daran gewöhnt, dass Erfolg ein Naturzustand sei. Er ist es nicht. Wohlstand ist kein Denkmal, sondern tägliche Arbeit.
Die Bundesregierung steht deshalb vor........