We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Armin Laschet hört gerade auf, Armin Laschet zu sein

1 0 0
22.08.2021

Wer studieren will, wie man einen schwierigen Wahlkampf weiter in die Grütze fährt, ist bei CDU und CSU im Augenblick gut aufgehoben. Die Parteifamilie mit dem vermeintlichen Abo aufs Kanzleramt ist auf dem besten Wege, die Chancen, die sie hat, selbst immer weiter zu verkleinern.

Daran wirken viele mit. Eine gespaltene Partei, die den Kandidaten kaum halbherzig unterstützt. Ein CSU-Chef, der ihn sabotiert. Man kann da fast Mitleid kriegen mit allen, die versuchen, den Wahlkampfauftakt im Berliner Tempodrom zum gewaltigen Schub zu erklären. Der Glaube ist ja ohnehin verwegen, eine einzige Inszenierung könne einen stabilen Negativtrend wenden.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Aber das aktuelle Hauptproblem ist ein Kanzlerkandidat, der nach einer Serie unglücklicher Auftritte das einzige über Bord zu werfen beginnt, womit er vielleicht noch einiges retten kann. Armin Laschet hört gerade auf, Armin Laschet zu sein.

Das klingt auf den ersten Blick nach einer verwegenen Idee: War es nicht genau dieser Laschet, mit dem das Elend anfing? Der Lacher in der Flut, dieses Bild, das zum Symbol mangelnder Selbstbeherrschung und Überforderung wurde?

Stimmt. An dem Bild ist ja sogar etwas Wahres. Der kontrollierten Angela Merkel wäre es nie passiert. Dem sparsamen Mimen Olaf Scholz auch nicht.

Armin, der Retter vor der linken Gefahr? Das passt nicht

Aber Laschet ist nun mal ein leutseliger Rheinländer, allemal gut für einen Versprecher hier und einen unkonzentrierten Moment dort. Und die Twitter-Welt ist auch, wie sie ist: spottlustig, gehässig, dabei für den Wahlkampf im engeren Sinn eigentlich unwichtig, weil hierzulande kaum ein Wähler sich dort tummelt, aber mit einer gewaltigen Hebelwirkung in Politik und Presse hinein.

Dagegen haben Laschet und seine Truppen bisher kein Mittel gefunden. Nur noch ängstlich zu versuchen, weitere Patzer zu vermeiden, ist jedenfalls sinnlos – sie werden passieren oder........

© Der Tagesspiegel


Get it on Google Play