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Die USA sind auf dem Weg zu einem „failed state“

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03.05.2020

Die amerikanische Zeitschrift „The Atlantic“ hat einen für ihre Juni-Ausgabe geplanten Beitrag des Publizisten George Packer jetzt schon online gestellt. Es geht um die USA in den Zeiten von Corona – unter dem Titel „We Are Living in a Failed State“.

Eine deutsche Übersetzung des Texts druckt die jüngste „Zeit“, allerdings ohne den provokanten Originaltitel und den Zusatz: „Das Coronavirus hat Amerika nicht zerstört. Es offenbart, was schon zerstört war.“

[Alle aktuellen Entwicklungen in Folge der Coronavirus-Pandemie finden Sie hier in unserem Newsblog. Über die Entwicklungen speziell in Berlin halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden]

George Packer, vormals Fellow der American Academy in Berlin und Autor einer preisgekrönten „Inner History of the New America“, sagt, die Trump-Regierung habe seit Beginn der Pandemie auf dem Niveau von Staaten wie Pakistan oder Weißrussland agiert.

Packer spricht von einer „korrupten politischen Klasse, einer sklerotischen Bürokratie, einer herzlosen Ökonomie“ und einer „gespaltenen, zerrütteten Öffentlichkeit“. Spätestens nach den beiden ersten Weltkrisen des 21. Jahrhunderts, dem 11. September 2001 und der Finanzkrise 2008, habe in den USA der Populismus gewonnen.

Sarah Palin war die Vorbotin Donald Trumps

Nicht Barack Obama sei der Herold einer neuen Zeit gewesen, sondern Sarah Palin, die Vizepräsidentschaftskandidatin der...Foto: AFP/Jewel Samad

Nicht Barack Obama sei der Herold einer neuen Zeit gewesen, sondern die „absurde“ Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner, Sarah Palin. Als Vorbotin Donald Trumps.

Sind die Vereinigten Staaten tatsächlich ein „failed state“? Bislang galt diese Zuschreibung nur für ruinöse Staatsgebilde wie Afghanistan oder Somalia.

Noch sind die USA trotz Chinas Aufstieg die führende Weltmacht – aber führend wohin? Als Trump überraschend die Präsidentschaft gewann, war die Hoffnung, der egomanische Amateur könne im politischen Amt womöglich reifen, außerdem existiere durch die Institutionen noch eine „balance of power“. Doch selbst........

© Der Tagesspiegel


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