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Ein salomonisches Urteil ist nicht möglich

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14.06.2019

Caster Semenya kann sich alles vorstellen. „Ich bin eine talentierte Athletin. Ich kann an allen Wettbewerben teilnehmen, über 100 Meter, 200 Meter, im Weitsprung oder im Siebenkampf“, sagte sie jüngst dem Sender Al Jazeera. „Ich muss mir über gar nichts Sorgen machen, auch wenn ich über 800 Meter nicht mehr antreten darf.“

Erst einmal ist die Südafrikanerin aber auch über ihre Paradestrecke 800 Meter startberechtigt. Das Schweizerische Bundesgericht hat am Donnerstag einen Antrag des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF abgelehnt, die umstrittene Testosteron-Regel unverzüglich wieder anzuwenden. Der IAAF will dauerhaft Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen einführen. Er beruft sich auf Studien, nach denen mit einem erhöhten Testosteronpegel ein erheblicher Leistungsvorteil einhergeht. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hatte die IAAF-Regel Anfang Mai als rechtens angesehen.

Nun also kassierte das Schweizerische Bundesgericht die Pläne des Sports – allerdings lediglich bis auf Weiteres. Es handelt sich um eine vorläufige Aussetzung der Testosteron-Obergrenze. Weiter ist letztinstanzlich noch nichts entschieden in einem Fall, der so wahnsinnig kompliziert ist und noch so folgenreich sein könnte.

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Vereinfacht zusammengefasst geht es um die Frage, ob eine Sportlerin oder ein Sportler wegen naturgegebener Vorteile an bestimmten Wettbewerben nicht........

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