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Es geht zu oft um die Freiheit Ungeimpfter

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23.09.2021

Mit der Freiheit kommt die Verantwortung, und so gibt es gute Gründe, dass Ungeimpfte ihr Quarantänerisiko in finanzieller Hinsicht bald nicht mehr auf die Allgemeinheit abwälzen können. Wer selbstbestimmt entscheidet, sich nicht gegen Corona impfen zu lassen, der kann nicht zwei Wochen bei vollem Gehaltsausgleich in Quarantäne verbringen. So weit, so logisch. Und doch ist die Entscheidung nicht zufriedenstellend. Sie ist nicht viel mehr als ein großes „Siehstewohl“ an die Adresse der Ungeimpften.

Die Gesundheitsminister:innen haben den einfachen Weg gewählt und Ungeimpften dort die Aussichten auf Herbst und Winter unerfreulich gemacht, wo kein ernsthafter Konflikt auszutragen war. Sie gehen damit das Risiko ein, dass Kontaktpersonen einfach verschweigen, dass sie in Quarantäne gehen müssten. Und sie scheuen sich, stattdessen an den großen Stellschrauben zu drehen.

[Lesen Sie mehr bei Tagesspiegel Plus: Heroisch, leichtsinnig oder einfach das Richtige? - Deshalb impfen Ärzte schon jetzt Kinder unter zwölf Jahren gegen Corona]

Insgesamt nämlich sorgt sich die Gesellschaft immer noch viel zu sehr um die Freiheitsrechte freiwillig Ungeimpfter und viel zu wenig um das Recht aller anderen, vor dem Virus geschützt zu werden.

Beispielsweise gibt es keine Impfpflicht für Mitarbeiter:innen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Dabei wäre die geboten und angesichts der besonderen Verantwortung, die diese Menschen qua Beruf tragen, auch verhältnismäßig. In allen anderen Arbeitsstätten........

© Der Tagesspiegel


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