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Die Revolution ist abgesagt

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05.12.2019

Man könnte fast auf die Idee kommen, die designierten SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans bemühten sich um einen Eintrag ins Guiness-Buch der Weltrekorde. Von der Revolution zur Restauration in historischer Bestzeit – so schnell hat das vor ihnen noch keiner geschafft.

Ein halbes Jahr lang hat die SPD die politische Republik und vor allem sich selbst mit ihrer Urabstimmung und Regionalkonferenzen beschäftigt und diese als ein Fest der Demokratie gepriesen. Am Schluss hat mit Esken und Walter-Borjans das Paar gewonnen, das den bisherigen Kurs schärfer kritisierte als viele andere Kandidaten.

Aufbruch statt weiter so wurde versprochen, immer wieder wurden die eigenen Leistungen in der großen Koalition schlechtgeredet und ein Ende des vermeintlichen Elends versprochen. Und wofür? Damit die SPD ausweislich des Leitantrags für den Parteitag am Wochenende weitermacht, als sei nichts geschehen?

Die Neuen bekommen ein Glaubwürdigkeitsproblem

Nun sind alle in der Parteizentrale und in den verschiedenen Machtzentren der Sozialdemokratie stolz darauf, die innerparteilichen Konflikte austariert zu haben – hier ein wichtiger Posten für die Pragmatikerin Klara Geywitz, dort einer für den Linken Kevin Kühnert.........

© Der Tagesspiegel