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Alles fliegt auf den Mars - zu Recht

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02.08.2020

Der Mars ist auf dem besten Weg, ein Mallorca der Raumfahrt zu werden. Unter allen acht Planeten unseres Sonnensystems – Pluto wird seit 2006 aus Definitionsgründen nicht mehr offiziell als Nummer neun geführt – hat er sich zum Lieblingsziel irdischer Missionen entwickelt.

Vor allem die NASA wird nicht müde, Orbiter um Lander um Rover in Richtung Mars zu schicken, als würde sie von den zurückliegenden Missionen nicht noch auf Bergen unausgewerteter Daten sitzen. Und jetzt haben zu allem Überfluss auch die Vereinigten Arabischen Emirate und China den Roten Planeten als Sehnsuchtsort entdeckt.

Im Lauf weniger Julitage haben sich von der japanischen Insel Tanegashima aus erst die Sonde al-Amal (Hoffnung) auf die sechsmonatige Reise gemacht, dann von einem Kosmodrom auf Hainan aus die Sonde Tianwen-1. Schließlich sind am Donnerstag von Cape Canaveral mit Hilfe einer Trägerrakete der Rover Perseverance (Durchhaltevermögen) und der Helikopter Ingenuity (Einfallsreichtum) gestartet.

Unbemannte Unternehmungen, deren Sinn sich neben einer neu aufgeflammten Konkurrenz der politischen Systeme nur erschließt, wenn man sie als Probeläufe für bemannte Expeditionen versteht: Je weniger hier schiefgeht, desto früher kann man es wagen, Menschenleben zu riskieren.

Elon Musk mag als Chef des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX im vergangenen Jahr allzu vollmundig die Besiedlung des Roten Planeten für 2025 angekündigt haben. Doch selbst wenn es nie gelingen wird, dort Liegestühle aufzustellen, sind die Lebensbedingungen weniger feindlich als auf anderen Planeten: Der Mars hat eine Zukunft, weil die Venus unsere Zukunft ist.

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