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Eine Generation geht für die Stadt verloren

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24.03.2019

Zwei Meldungen von diesem Wochenende: Im zweiten Jahr in Folge bleibt Berlin bei den Baugenehmigungen hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. In der SPD wächst derweil, eine Woche vor dem Landesparteitag, die Tendenz, die Initiative zur Enteignung großer Wohnungsgesellschaften wie der „Deutsche Wohnen“ zu unterstützen. Der Regierende Bürgermeister will das verhindern, weil er negative Folgen für das Investitionsklima befürchtet.

Der Blick hinter die Nachrichten zeigt, wie ernst die Lage für die Stadt wirklich ist. Denn von den genehmigten 24.218 Wohnungen werden vermutlich nur 15.000 auch wirklich gebaut, die übrigen fast 10000 werden entweder später oder nie realisiert. Die Baugenehmigung alleine steigert den Wert des Grundstücks, es kann später gewinnbringend verkauft werden. Andere Wohnungen werden nie bezogen – leerstehend lassen sie sich gut erneut auf den Markt bringen.

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Und die „Deutsche Wohnen“? Sie ruiniert den Ruf einer ganzen Branche, die zu phlegmatisch ist, sich gegen diesen permanenten Missbrauch gesetzlicher Möglichkeiten für Mieterhöhungen zu wehren. Statt auf Distanz zu den Wohnungsraubrittern zu gehen, begreifen Immobilienunternehmen nicht, dass die Verschlechterung des eigenen Ansehens populistische Strömungen stärkt, die........

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