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Ein Narr gewinnt das Vertrauen der Ukrainer

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22.04.2019

In der Ukraine wird die Fiktion zur Realität, aus einer Rolle wird ein tatsächlicher Wählerauftrag. Der Präsidentendarsteller Wolodymyr Selenski hat die Wahl gewonnen, er muss sich nun als Staatspräsident bewähren. Dem Schauspieler ist es nicht nur gelungen, die alte Macht in einer Fernsehserie in Frage zu stellen, er hat ihren wichtigsten Protagonisten in der Wirklichkeit überwunden.

Ein Narr hat das Vertrauen gewonnen, weil die Bürger von der etablierten Politik zutiefst enttäuscht waren und ihre leeren Versprechungen nicht mehr ernst nehmen konnten. Mehr ist noch nicht passiert. Die Ukraine ist über Nacht kein anderes Land geworden, ihre Probleme, ihre inneren Widersprüche und ihre äußeren Widersacher, sind jetzt kein bisschen kleiner.

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Selenski hat Erwartungen geweckt, die nur schwer einzulösen sind. Die Ukrainer wollen von dem 41-Jährigen eine andere Politik, aber das Land hat keine anderen Politiker, die irgendwo im Verborgenen gewartet hätten. Er will die Macht der Oligarchen brechen, ist aber doch auf die wirtschaftlich Mächtigen angewiesen, soll die Ukraine nicht in Instabilität und Chaos versinken. Und nicht zuletzt: die Menschen müssen die Veränderung nicht nur wählen, sondern auch wollen.........

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