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Pyrotechnik ist nicht das Kernproblem des Fußballs

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24.01.2020

Wer viel lärmt und raucht, der muss viel zahlen. So kann, wer mag, die Strafe auffassen, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den beiden Berliner Bundesligisten aufgebrummt hat. Die Fanlager des 1. FC Union und von Hertha BSC hatten das Stadtderby am 2. November ja zum Anlass genommen, eine bizarre Feuershow abzuliefern. 190.000 Euro muss Hertha BSC daher zusammenkratzen, 158.000 Euro der 1. FC Union, der den Strafantrag allerdings (noch) nicht akzeptiert hat.

So weit die Zahlen. Sie mögen manchen Menschen gering vorkommen, und angesichts der vielen Millionen, die in der Bundesliga munter hin- und her geschoben werden, dürfen sie sich auch bestätigt fühlen. So richtig weh werden diese niedrigen sechsstelligen Beträge weder den Klubs und schon gar nicht den Fans tun. Müssen sie auch nicht. Der Versuch, Pyrotechnik einzudämmen, ist ohnehin kein lohnender.

Ohne Ultras wäre der Fußball ärmer

Die feurigen Fackeln gehören genauso zu einer lebendigen Fanszene wie die Trommeln, Fahnen und Gesänge. Das muss niemand mögen, zumal die Feuerzeremonien so viel Qualm und Gestank verursachen, dass es der Gesundheit kaum zuträglich ist. Es würde aber helfen, das Ansinnen der organisierten Fans, oft Ultras genannt, zu verstehen. Nach deren Geschmack verdienen besondere Spiele einen besonderen Rahmen, einen möglichst feurigen.

Die Ultras muss übrigens auch niemand lieben. Sie gelten im glattgebügelten Profibetrieb aber als eines der letzten kommerzkritischen Elemente – ohne sie wäre der........

© Der Tagesspiegel