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Daniel Frahn hat die Chance verdient

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03.02.2020

Er ist wieder da. So heißt Timur Vermes' beliebter Roman, der eine gruselige Adolf-Hitler-Satire aus dem Jahr 2011 erzählt. Der Text handelt davon, dass er, der Gröfaz, eben wieder da ist - und erschreckenderweise genauso verfängt wie in den düsteren Dreißigern.

Wenn seither Personen auftauchen, die eher als Persona non grata denn Persona grata gelten, ist die Überschrift schnell gewählt: Er (oder sie) ist wieder da. Seit Sonntag ist auch der Fußballstürmer Daniel Frahn wieder da. Doch so klar wie im Fall von Vermes' Hitler scheint die Sache nicht zu sein.

Die babelsbergsche Lösung

Fest steht erst einmal nur, dass der Regionalligist SV Babelsberg am Freitagabend Frahn als Neuzugang meldete. Am Sonntag stand der Stürmer dann schon auf dem Platz. Fest steht auch, dass Frahns voriger Arbeitgeber, der Drittligist Chemnitzer FC, sich im August von seinem Kapitän trennte, weil der 32-Jährige Kontakte in die rechtsextreme Szene hatte.

Nun werden Fragen gestellt, etwa diese: Sollte ein mutmaßlich linker Verein wie der SV Babelsberg einen Spieler einstellen, der mutmaßlich eine Nähe zu Rechtsextremen hat. Eine schwierige Frage.

Gegen Frahns Engagement in Potsdam spricht vordergründig, dass die Babelsberger politisch anscheinend das Gegenteil von all jenem bilden, mit dem Frahn sympathisiert. Oder jedenfalls: Mit dem ihm vorgeworfen wird zu sympathisieren.

Es sprechen aber auch einige Punkte für die babelsbergsche Lösung. Zunächst: die rechtliche Seite. Das Arbeitsgericht in Chemnitz hat die fristlose Kündigung seitens des CFC für unwirksam erklärt. Frahn habe sich nicht offenkundig rechtsradikal geäußert. Dieses........

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