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Ohne Maske, ohne Respekt, ohne Scham

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01.08.2020

Willkommen am Tag der Freiheit, dem Tag, an dem die Pandemie, die die Welt seit Monaten in Atem hält, zu Ende ist.

Das ist die Version der Wirklichkeit jener, die seit dem Vormittag durch die City der Hauptstadt ziehen. Ohne Maske, ohne Respekt, ohne Scham. Bunt gemischt sind sie, angereist aus der ganzen Republik, Familien demonstrieren gemeinsam mit Rechtsextremen, Esoteriker mit bedrückt blickenden Frauen aus Wolfsburg, Antisemiten mit den „CoronaRebellen“ aus Düsseldorf.

Auf der Corona-Demo herrscht der Ausnahmezustand - Polizei ist lange kaum zu sehen, obwohl die Hygieneregeln nicht eingehalten werden

Willkommen im Berliner Ausnahmezustand. Zwei Stunden zieht der Zug durch die Leipziger Straße, in diesen zwei Stunden ist kaum Polizei zu sehen. Weder, um den Verkehr zu regeln, noch, um die Proteste zu beenden – schließlich werden hier weder die Hygiene- noch die Abstandsregeln eingehalten. Im Gegenteil: Journalisten, die eine Maske tragen, werden im Minutentakt angepöbelt, als „Idioten“ beschimpft.

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Hier herrscht Voraufklärung, hier herrscht Querdenken. Quer, ein anderes Wort für schräg.
Knapp 700.000 Menschen sind weltweit seit Beginn der Pandemie an Covid-19 gestorben. „Ich kenne keinen, der Corona hat“, wird von den Leugnern der Krankheit gerne mit........

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