We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Richtig oder falsch kann es in einer diversen Gesellschaft nicht geben

1 0 0
02.07.2021

Der weibliche Körper und wie viel davon zu sehen sein sollte, ist mal wieder Thema für Debatten. Diesmal geht es nicht um Haare und Kopftuch, sondern um Brüste und BHs oder Bikinioberteile. In den Strukturen ähnelt sich manches.

Die Oben-ohne-Debatte startete in vergangenen Sommern meist in Freibädern und der Frage, ob Frauen, die sich dort in der Regel oben ohne sonnen (können) auch oben ohne baden dürfen, was oft gegen die Badeordnung war. 2021 startete sie auf einem Spielplatz im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, wo die Parkaufsicht einschritt, als eine Frau, dort zu Besuch mit Freund und Kind, sich oben ohne sonnen wollte.

Das sei untersagt, hörte sie, wehrte sich und protestiert seither – und nicht allein – gegen Sexismus. Denn an ihrem Freund, der ebenfalls mit nacktem Oberkörper herumlag, habe niemand etwas beanstandet. Sie fordert Gleichheit für alle Brüste.

[Lesen Sie hier bei T-Plus: Wie nackte Brüste auf einem Berliner Spielplatz einen Polizeieinsatz auslösten]

Jetzt kostenlos T testen

Vergleichbar mit der Kopftuchdebatte sind die überdeutlichen Positionen, die in den Diskussionen aufeinanderprallen. Kopftuch ist muslimische Frauenunterdrückung und oben ohne ein Muss auf dem Weg zur antisexistischen Gleichberechtigung. Das sind grobe Kategorien, die sehr hochwertig verschlagwortet sind, und wenig Raum lassen für Abstufungen.

Zwar ist einerseits eine gewisse Radikalität ja auch immer erfrischend und nötig, um etwas in Gang zu bringen; aber dass die Frauenbrust dasselbe sei wie die männliche, ist vielleicht – auch unter Feministinnen – nicht ganz ausgemacht.

Die Brust ist anders als ein Bein ein sekundäres Geschlechtsmerkmal

In der Regel gilt sie immer noch als „sekundäres Geschlechtsmerkmal“. Damit ist sie etwas anderes als beispielsweise das Bein, das nicht biologisch sondern kulturell als geschlechterrollenrelevant definiert ist. Und darum werden längst nicht alle, die der These beipflichten, dass die Frau über ihre Rocklänge selbst bestimmen soll, auch für die öffentliche Präsentation der nackten Brust sein.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Es geht um Abstufungen, und die werden immer........

© Der Tagesspiegel


Get it on Google Play