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Ab sofort doppelt so teuer!

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17.06.2019

Wenn ein Kunstwerk etwas auslöst, hat es funktioniert. Sagt man so. In dieser Logik war das Intermezzo auf der Art Basel, das am Montag Wellen bis New York schlug, wohl der Ritterschlag. Die Insektenplastik „Fliege“ von Katharina Fritsch, 19 mal 27 mal 20 Zentimeter groß und auf einem Sockel platziert, hat ein dreijähriges Kind zum Handeln animiert. Es langte aus dem Buggy heraus und hin – und bums, fiel das interessante Ding runter.
Flügel ab, Entsetzen.

Drei Jahre, das ist wirklich sehr jung. Manche Kinder können sich in dem Alter nicht von ihrem Spiegelbild unterscheiden, andere performen voller Explorationsdrang selbstbewusst auf Kunstmessen. Wie ist der Mensch doch erstaunlich.

Flügel wieder ankleben? Also bitte!

Vielleicht wollte das Mädchen sich auch nützlich machen. Fliegen muss man verscheuchen oder nicht? Das Kind soll sich für den Fliegentod geschämt haben, berichtet die „Bild“-Zeitung – ein Gefühl, das viele kennen, die je zugeschlagen haben. Oh Gott, der Minimatsch da war ja ein Lebewesen!

Und nun? Flügel einfach wieder ankleben? Also bitte, eine Plastik ist doch kein Eierbecher. Das „unberührte Werk“ sei nun verdorben, fürchtete eine Galeristin vielleicht stellvertretend für die Kunstwelt. Aber ist das nicht Denken von gestern?........

© Der Tagesspiegel