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Das Unbehagen gegen Uber wächst zu Recht

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12.04.2019

Der Unternehmensname Uber war lange vor allem mit einem Adjektiv verbunden: aggressiv. Uber wächst aggressiv, es hat eine aggressive Unternehmenskultur, es stellt sich aggressiv gegen Regulierungsversuche. Jetzt will Uber an die Börse, es will sich sozusagen vergesellschaften. Vielleicht wird dieser Schritt rückblickend einmal symbolhaft wirken.

Denn die Stimmen mehren sich, die eine Re-Vergesellschaftung, eine Wiederannäherung von Unternehmen an die Gesellschaft, fordern. Es formiert sich eine Gegenbewegung gegen die aggressivsten Formen des Digitalkapitalismus – und der Fall Uber wird vielleicht einmal als Teil davon gesehen werden.

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Uber hat vor allem in den USA und aufstrebenden Wirtschaften wie Indien die Idee der Plattformökonomie auf die Spitze getrieben: ein Unternehmen, das sich nur als Vermittler von Arbeit sieht und damit die Arbeitenden aus jeder Art Absicherung entlässt – natürlich nicht ohne trotzdem an deren Arbeit zu verdienen. Bestehende Regulierungen ignorierte das Unternehmen mancherorts schlicht – in Europa machte erst der Europäische Gerichtshof dem Geschäftsmodell 2017 den Garaus.

Verbunden war die Rundum-Uber-Aggression vor allem mit dem Gründer und CEO Travis Kalanick, der das Unternehmen in einen Skandal nach dem nächsten jagte. 2017 musste er zurücktreten. Übernommen hat Dara Khosrowshahi, der nun Dinge sagt wie: „Wir haben wohl Wachstum eingetauscht gegen Das-Richtige-Tun.“ Investoren und Aufsichtsräte könnten die Mäßigung fördern.

Notwendigkeit einer Digitalsteuer

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