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Es lebe der Pragmatismus!

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06.10.2021

Der gesellschaftliche Streit um das Gendersternchen tobt und kann auch Behörden nicht kalt lassen. Nun hat ausgerechnet Frauenministerin Christine Lamprecht den Bundesbehörden empfohlen, in ihrer Kommunikation auf Sonderzeichen wie das Sternchen, den Binnendoppelpunkt oder Binnenunterstrich, aber auch das große Binnen-I zu verzichten.

"Sonderzeichen als Wortbestandteilte in der offiziellen Kommunikation" seien nicht zu verwenden, heißt es nach Angaben der Osnabrücker Zeitung in den Empfehlungen.

Wer jetzt denkt, dass die Gleichberechtigung und Gleichstellung damit quasi von der Regierung verhindert werden soll, der irrt. Vielmehr gibt Lambrecht einen wohltuend pragmatischen Kurs bei diesem polarisierenden Thema vor. Denn gleichzeitig fordert sie, das generische Maskulinum zu vermeiden, wenn es eine weibliche Form gibt (Kunde/Kundin).

Ausgenommen seien juristische oder abstrakte Begriffe wie "Arbeitgeber". Ansonsten geschlechtsneutrale Begriffe (Vorsitz, Pflegekraft) sonst die Nennung der männlichen und der weiblichen Form.

Gendersternchen polarisieren noch zu stark

Das mag vielen Anhängern und Anhängerinnen des Gendersternchens, gerade Jüngeren, nicht weit genug gehen. Aber viele Gruppen der Bevölkerung können mit diesen Sonderzeichen nichts anfangen oder lehnen sie ab. Und das sind mehr Menschen, als sich Aktivisten oder manch grüner Wähler in Berlin-Mitte vorstellen können.

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Da das Gendern in dieser Form derzeit noch so polarisiert und die Debatte darüber in vollem Gang ist, enthält die Nutzung........

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