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Über Koalitionen sollte nicht die Basis entscheiden

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03.10.2021

Regierungsbildung im Mehrparteiensystem ist ein bisschen wie Square Dance. Figuren, Positionen und Tanzpartner wechseln ständig. Heute Ampel, morgen Jamaika. Erst Grün-Gelb, dann Rot-Grün, es geht weiter mit Rot-Gelb, dann das Gleiche mit Schwarz, zwischendurch ein Ringelpiez von CDU und CSU ohne Anfassen. Das Backen von Koalitionen ist ein vielschichtiges Geschäft. Vorsondierung, Hauptsondierung, vielleicht Nachsondierung. Und dann die Koalitionsverhandlungen in größerer Runde, mit mehr Öffentlichkeitsarbeit, Ad-hoc-Marketing und Twitterei. So ist es eben. Die Zuschauer sind gebeten, sich jedenfalls zu Beginn ein wenig in Geduld üben.

Aber 2017 darf sich nicht wiederholen. Der Satz fiel am Wochenende nicht nur beim Grünen-Länderrat häufiger. Und er stimmt: In den kommenden drei Monaten kann und muss eine Koalitionsbildung gelingen. Die Schnittmengen in beiden Optionen, um die es jetzt geht, also Ampel und Jamaika, sind unterschiedlich – aber sie sind vorhanden und groß genug, um vier Jahre Regierung darauf zu gründen. Die großen Themen mögen im Wahlkampf ein wenig unterbelichtet gewesen sein. Aber sie sind ja da. Es gibt etwas zu tun.

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