We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Das „Zukunftsteam“ löst Laschets Problem nicht

1 0 12
03.09.2021

Die Lage ist unschön, um es einmal dezent auszudrücken. Was die Union und ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet gerade erleben, ist ein eklatanter Absturz in der Zustimmung bei denen, die sich wohl mehr oder weniger entschieden haben, für wen sie am 26. September stimmen wollen. Auch im aktuellen Politbarometer vom Freitag zieht die SPD mit Olaf Scholz an der Spitze der Kampagne an der Union vorbei – es steht 22 zu 25 Prozent.

Laschets Lokomotive ist keineswegs der Dampf ausgegangen. Sie hat immer schon zu wenig Dampf entwickelt. Und nun reicht es nicht einmal mehr, den alles andere als glänzenden Wahlkampf von Scholz zu überbieten. Dem hilft nun der übliche Trittbrettfahrereffekt - manche wollen eben gern bei den Siegern sein, auch wenn man mittlerweile schon mit einem Viertel der Stimmen ganz oben aufs Treppchen darf.

CDU und CSU erleben das Unschöne dieses Wahlkampfes übrigens in selten trauter Verbundenheit. Denn auch in Bayern sind die Zahlen schlecht. Die Christsozialen mit ihrem Vormann Markus Söder liegen in der bundesweiten Rechnung nun um die Fünfprozentmarke, und allein die Regel, dass auch drei Direktmandate ausreichen, um als Gesamtpartei in den Bundestag einzuziehen, verhindert ein blau-weißes Desaster. Die Lage der Union nähert sich so nun der Katastrophe. Wie will Laschet sich retten?

Dass er am Freitag im Konrad-Adenauer-Haus ein Team vorgestellt hat, das für seinen Kurs stehen soll, gehört zum Wahlkampf-Usus. Wie er es vorgestellt hat, zeigte aber die beklemmende Situation, in der sich die Union nun wiederfindet. Da traten Frauen und Männer auf und schnell wieder ab, die Bühne füllte sich nicht, immer wieder war es Laschet allein, der im Bild war. Will heißen: einsam. Es wirkte alles etwas zu improvisiert, um wirklich überzeugen zu können.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]
Dabei hatte die Aktion durchaus Wirkungspotenzial, und vielleicht gelingt es Laschet ja auch, in den verbleibenden drei Wochen das noch stärker auszuspielen. Denn er präsentierte nicht etwa allein potenzielle Kandidaten für mögliche Posten in einem Kabinett oder in der Fraktion – auch wenn sich welche darunter befinden wie Friedrich Merz, Silvia Breher, Andreas Jung.........

© Der Tagesspiegel


Get it on Google Play