We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Ausstellung | Nazikunst bleibt

3 5 3
13.09.2021

Gewöhnlich gehen wir achtlos vorbei, an den heroischen Athleten im Berliner Olympiapark zum Beispiel, der Säerin von Joseph Enseling (1934) am Essener Hauxplatz oder Hermannn Kaspars Mosaiken (ab 1935) im Deutschen Museum München. Gar nicht zu reden von den Skulpturen, die Hitlers Hofbildhauer Arno Breker in der Reichshauptstadt hinterlassen hat. Viele Künstler, die sich während des Nationalsozialismus in den Dienst der Staatskunst gestellt hatten, konnten nach 1945 ihre Karriere ungebrochen weiterverfolgen, ausgestattet mit üppigen Aufträgen für die „Kunst am Bau“ oder für Monumentalarbeiten wie Kaspars Gobelin Die Frau Musica (1970) in der Nürnberger Meistersingerhalle. Und lange Zeit hat das kaum jemanden interessiert.

Wie gehen wir um mit diesem materiellen Erbe? Wie konnte es sein, dass nicht nur vieles dieser kontaminierten Kunst in den Korpus der Bundesrepublik aufgesogen wurde, sondern sich die in ihr ausdrückende konservativ-figürliche Ästhetik weiterbehaupten konnte, trotz allem Modernismus, den die Documenta ab 1955 hervorgebracht hat? Vertreten von Leuten, die auf Hitlers „Liste der Gottbegnadeten“ standen und – nebenbei – dadurch auch dem Kriegsdienst entkommen konnten?

Diesen und anderen Fragen geht eine gleichnamige Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin (DHM) nach, die, darauf legen sein Leiter, Raphael Gross, und Kurator Wolfgang Brauneis Wert, den Blick nicht in erster........

© der Freitag


Get it on Google Play