Was wir aus dem Stromausfall in Berlin gelernt haben: Solidarisches Preppen!

Im Südwesten Berlins hat ein Brandanschlag auf das Stromnetz zu einem mehrtägigen Stromausfall geführt. Über 30.000 Haushalte waren bis zum Mittwochvormittag betroffen. Vier Tage saßen Menschen im Dunkeln, oft ohne warmes Wasser, manchmal ohne Heizung. Und das bei Schnee und Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt.

Hunderte, Tausende Menschen litten, aber der Großteil der medialen Debatte drehte sich nicht darum, was zu tun wäre, um das Leiden zu reduzieren, in der akuten Situation und auch in Zukunft, sondern um die Frage, wer den Anschlag denn nun verübt habe: „der Russe“ oder „die Linksradikalen“. Aus der Perspektive der in dem Moment leidenden Menschen eine zumindest zu dem Zeitpunkt irrelevante Frage.

Natürlich ist die „Schuldfrage“ interessant und wichtig. Sie ist aber auch ein Modus der Problemverdrängung, denn sie erlaubt es uns, das Problem beiseitezuschieben, das wir spätestens seit der tödlichen Flut im Ahrtal genauso bewusst ignorieren, wie die Tatsache, dass wir keinen wirklichen Klimaschutz betreiben:

Wir als Gesellschaft sind extrem schlecht auf Katastrophen vorbereitet – egal ob „natürlich“ oder menschengemacht. Das Leid, das Menschen in einer Katastrophe erleiden, ist eben auch das Resultat schlechter, oder mangelhafter Vorbereitung auf solche........

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