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Literatur | Schäuble war es

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03.07.2021

Lange ist es nicht her, da galt Jens Spahn als realistischer Kandidat auf die Kanzlerkandidatur der Union für den Herbst. Erinnern Sie sich nicht? Im Dezember noch, kurz vor dem CDU-Parteitag, war heiß gehandelt worden, dass das Tandem Laschet-Spahn die Plätze tauscht. Das war eine Option, die öffentlich als durch und durch nachvollziehbar galt, und tatsächlich schickten damals Spitzenleute der Partei den in allen Lagern angesehenen „Nestor“ vor: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sondierte bei NRW-Landesvater Armin Laschet, ob der nicht für seinen 40-jährigen, agilen und immer populäreren Unterstützer zurück ins zweite Glied treten würde. Laschet, seit Februar 60 Jahre alt, lehnte ab. Jetzt ist er Parteichef, aussichtsreichster Kanzlerkandidat im Feld – und Spahn das Gesicht des Scheitern des Staates in der Corona-Krise. Da haben wir noch nicht einmal über Markus Söder, 54, gesprochen.

Die Zeit zwischen Angela Merkels erstem Besuch bei Donald Trump im März 2017 und dem legendären Showdown Laschet versus Söder im April 2021 nimmt Robin Alexander in seinem neuen Buch in den Fokus. Da kein anderer Journalist das Innenleben der CDU so gut kennt wie der von allen Ebenen mit Sitzungs-Live-SMS und Hintergrundinfos gefütterte Vize-Chefredakteur der Welt, ist diese folgenreiche Zeit nirgends so genau nachzulesen wie in Machtverfall. Merkels Ende und das Drama der deutschen Politik. Das war nach seinem Buch Die Getriebenen: Merkel und die........

© der Freitag


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