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Linke | „Bock aufs Regieren“-Party

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02.09.2021

Auf der Bühne spricht gerade Susanne Hennig-Wellsow, da geht eine Frau im Publikum an ihr Handy, das andere Ohr deckt sie mit der Hand gegen die Geräuschkulisse ab. Sie huscht durch die Zuschauerreihen zum Rand des Platzes, wispert ins Telefon: „Es hat noch gar nicht angefangen.“ Der Auftritt Hennig-Wellsows mit Thüringens Linken-Sozialministerin Heike Werner läuft da seit 15 Minuten.

Mittwochabend vergangener Woche, in Weimar macht die Partei Wahlkampf, vor der am folgenden Wochenende von Armin Laschet bis Paul Ziemiak viele zu zittern beginnen werden. „Das, was wir fordern, müssen wir umsetzen“, ruft Hennig-Wellsow und bekräftigt, was sie schon bei Übernahme des Linken-Bundesvorsitzes Ende Februar sagte, sie habe „richtig Bock aufs Regieren“ (der Freitag 8/2021). „Total hervorragend“ findet sie die „Rote-Socken-Kampagne“ der Union und dass es nun mehr Koalitionsoptionen als Schwarz-Grün gebe, „daran haben wir seit Februar gearbeitet. Wer hätte uns das zugetraut?“

Angesichts von sechs, sieben Prozent in den Umfragen ist das eine gewagte Sicht der Dinge, vielleicht legt sich deshalb diese absolute Stille über den gut gefüllten UNESCO-Platz in Weimar, als die hiesige Bundestags-Direktkandidatin Hennig-Wellsow von der Bühne gegangen ist. Wahrscheinlich aber drückt die Stille eher aus, dass die 700, 800 Menschen hier noch nicht ganz glauben können, was und wer jetzt kommt: erst Sahra Wagenknecht, dann Oskar Lafontaine, das Paar aus dem Saarland als Wahlkampfunterstützung für eine amtierende Parteichefin, so etwas hat die Linke lange nicht gesehen. Die „Susi“ sollen die Leute wählen, wird Lafontaine später sagen, „diese Frau kämpft für soziale Gerechtigkeit und Frieden“. Das alles auch noch in........

© der Freitag


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